ENERGIEAUTONOMIE Frastanz

27. Juni, 2023

Der Begriff ENERGIEAUTONOMIE Frastanz ist eine positiv besetzte Bezeichnung.

Man denkt dabei an „Unabhängigkeit“ – an „eigene Energie„.

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Was steckt tatsächlich hinter dem Begriff ENERGIEAUTONOMIE Frastanz?

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Bei kritischer Betrachtung wird offenbar, dass am Standort Frastanz zukünftig die Verbrennung von Abfall im großen Stil geplant ist bzw. bewilligt werden soll, um dadurch Energie zu gewinnen.

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Der von der Projektwerberin der Rondo AG wird dieser brennbare Abfall durchgängig als „Reststoff“ bezeichnet:

Davon stammen:

  • 11.000 Tonnen Abfall aus Altpapier das pro Jahr – von auswärts nach Frastanz gebracht und hier weiter aufbereitet wird – um letztlich daraus Wellpappe zu erzeugen.

Zukünftig wird der Unterschied lediglich sein, dass diese brennbare Altpapier-Fraktion in Frastanz verbrannt wird – und nicht an einem anderen – dafür besser geeigneten Ort bzw. Standort für eine derartige Abfallverbrennungsanlage.

die weiteren

  • 24.000 Tonnen Abfall pro Jahr stammen ebenfalls von auswärts. Und es ist geplant, dass diese (per Bahn) von Abfallverwertern und letztlich per LKW nach Frastanz geliefert werden, um hier gemeinsam mit der Altpapier-Fraktion verbrannt zu werden.

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Es stellt sich somit die Frage:

Wie kann man hier von AUTONOMIE in Sachen ENERGIE sprechen?

Beide Brennstoff-Fraktionen stammen von auswärts!

Kann man diese 35.000 Tonnen mit Brenn-Holz vergleichen, das im Gemeinde-Forst von Frastanz gewachsen ist?

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Nutzen für die Gemeinde Frastanz – durch das Rondo Kraftwerk:

Als Nutzen für die Gemeinde Frastanz sind höhere Steuereinnahmen und sonstige Zuschüsse zu nennen, sowie ein Zuwachs an Arbeitsplätzen.

Aber kann man die dadurch entstehenden schwerwiegenden Konsequenzen der betroffenen Bevölkerung zumuten?

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Hat man dabei die Auswirkung auf die Umwelt, insbesondere die Belästigung  (Schall/Vibration/Staub/Geruch/Geruchsbelästigung),  die Gefährdung der Gesundheit und die ständig anwachsende Belastung durch Schadstoffe im Boden und im Wasser bedacht und berücksichtigt?

Wie wird sich der Ausstoß von giftigen Stoffen im Laufe der Jahre – unter anderem der sogenannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) auf die wertvollen Trinkwasservorkommen auswirken?

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Hat man bei diesem Projektvorhaben in Frastanz an die Problematik dieses Standorts gedacht?

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Vorhersehbar wird es wegen der in Frastanz häufig auftretenden Inversion zur erhöhten Konzentration der Schadstoffe in der Atemluft/im Boden und im Wasser/in Gärten/Sportstätten/Spielplätzen/Wiesen usw. kommen.

Die Immission in Frastanz und Umgebung wird also auch bei gesetzeskonformer Emission wegen der  hier häufig vorkommenden Inversion

außerordentlich hoch sein. Mit anderen Worten kann man sagen, weil Frastanz und die Umgebung häufig in einem Kaltluftsee gelegen sind!

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Letztlich werden die Schadstoffe in steigender Konzentration im Boden und zuletzt in den Früchten und in den landwirtschaftlichen Produkten erscheinen, – und dort überproportional hoch messbar nachweisbar sein.

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Wie wird sich dies auf die Qualität des in Frastanz gebrauten Biers auswirken? – wenn diese Schadstoffe ins Wasser bzw. in die Quellen/ins Grundwasser gelangen?

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Die Belastung der Umwelt durch die Verbrennung  von jährlich ca. 35.000 Tonnen Abfall – und möglicherweise mehr – am Standort Frastanz wird vorhersehbar sehr weitreichende nachteilige Konsequenzen haben.

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Wird man all dies in Kauf nehmen bzw. der Bevölkerung zumuten?

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Aus unserer Sicht ist das Rondo Kraftwerk nur für die Projektwerberin ein Gewinn – allerdings auf Kosten der Bevölkerung!

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Es wird immer brennbaren Abfall geben:

Vor allem, wenn der Abfall im Bedarfsfall von Abfallverwertern von weit her geliefert werden kann.

Und dies wird der Fall sein.

Man denke daran, dass es Regionen und Länder gibt, in denen ein Mangel an Abfallverbrennungsanlagen besteht.

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Was in der Umgebung von Vorarlberg allerdings nicht der Fall ist!

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Sollen im Rondo Kraftwerk, um den Betrieb zu sichern, zukünftig gar Abfälle aus  anderen Regionen/Ländern verbrannt werden?

Beispielsweise aus der italienischen Hauptstadt Rom, die gegenwärtig um 1,5 Millionen Euro pro Woche Abfall zur Verbrennung nach Amsterdam liefert?  (Artikel KLEINE ZEITUNG vom 08. Mai 2023)

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Es ist verständlich, dass die Rondo Ganahl AG als Projektwerberin die „Gunst der Stunde“ nützen möchte, um sich von der Energie-Einkäuferin zur Energie-Verkäuferin zu entwickeln.

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Hier in Frastanz muss aber der problematische Standort berücksichtigt werden!

Frastanz liegt nicht an der windigen Nordseeküste – sondern in einem relativ engen Talkessel mit häufiger Inversion!

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Und wo ist der Nutzen für`s Klima?

Macht es einen Unterschied für`s Klima, wenn dieser Abfall an einem dafür besser geeigneten Standort verbrannt wird?

Für das Klima macht es keinen Unterschied, wo der Abfall zukünftig verbrannt wird.

 

Hingegen entstehen für die Umwelt – und hier vor allem für die Bewohner von Frastanz und der ganzen Region – schwerwiegende nachteilige Auswirkungen.

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Was bleibt also über vom Begriff ENERGIEAUTONOMIE Frastanz?

Zugegeben: es ist ein gelungener Marketing Begriff.

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