Humanmedizinisches Gutachten

8. August, 2023

Ein Humanmedizinisches Gutachten ist im laufenden Behördenverfahren ein Gutachten, das als „Beweismittel“ vorgelegt wird, um durch diese Vorhersage – die auf einer fachlichen Schätzung beruht – etwas aufzuzeigen.

Im gegebenen Fall möchte die Projektwerberin durch das vorgelegte Humanmedizinische Gutachten beweisen, dass der zukünftige Kraftwerksbetrieb keine „nachteiligen Wirkungenim Sinn von „erheblichen Belästigungen oder Gesundheitsgefährdungen“ zur Folge haben wird.

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In der nachfolgenden Abbildung ist das Ergebnis des Humanmedizinischen Fachgutachtens dargestellt, wie es im Rahmen der Informationveranstaltung von der Projektwerberin präsentiert worden ist.

Anmerkung: Ausschnitt aus der Powerpoint – Präsentation der Rondo Ganahl AG, die im Rahmen der Informationsveranstaltung präsentiert worden ist.

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Falls eine Partei im gegenständlichen behördlichen Verfahren eine andere Ansicht vertritt, nämlich dass der Kraftwerksbetrieb als Folge der Abfallverbrennung in diesem Ausmaß sehr wohl nachteilige Wirkungen haben wird, dann kann diese Partei ebenfalls ein entsprechendes Gutachten der Behörde vorlegen, um dies durch ihre Argumente zu beweisen.

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Wir, die besorgten BürgerInnen, haben im gegenwärtigen Verfahren keine Parteistellung – zeigen jedoch auf dieser Website auf, warum der Standort in Frastanz für ein Kraftwerk zur Abfallverbrennung  kein geeigneter bzw. ein problematischer Standort ist.

Unserer Ansicht nach wird es wegen den örtlichen Gegebenheiten am Standort Frastanz – nämlich der hier hier häufig auftretenden Inversion – zur Steigerung der Immission  kommen.

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Dabei werden die Bewohner im Nahbereich des Kraftwerks im Durchschnitt der größten Belästigung und Gefährdung der Gesundheit ausgesetzt sein.

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Wegen der hier auftretenden Inversion am Standort Frastanz wird es vorhersehbar zu Stau-Situationen kommen.

Das heißt, die Luftschadstoffe werden sich im Kaltluftsee aufstauen, und dies bewirkt die erhöhte Konzentration der Schadstoffe in der Atemluft.

Zudem erhöht sich auch der Niederschlag von Feinstaub im Bereich des Kaltluftsees – und trägt dies ebenfalls zur höheren Belastung der Gesundheit bei.

Mit anderen Worten kann man auch sagen, dass die Luftschadstoffe sich im Kaltluftsee konzentrieren werden und dadurch die Steigerung der Immission bewirken.

 

 

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Text zur Abbildung: Die Immission entsteht durch die Schadstoffe in der Atemluft und bewirkt dadurch die Belastung am jeweiligen Ort. Im Nahbereich des Kraftwerks wird die Immission – und somit auch die Belastung – höher sein als weiter davon entfernt.

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Vorhersehbar werden die Luftschadstoffe – die sich im Dunst und Nebel anreichern – immer wieder zu erheblicher Geruchsbelästigung führen.

Und – bei lang liegendem Nebel und Windstille – wie dies im Winter in Frastanz nicht selten vorkommt – wird dies unter Umständen zur akuten Gefährdung der Gesundheit führen.

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Die langzeitmäßige Gefährdung der Gesundheit wird mit Sicherheit eintreten, falls das Rondo Kraftwerk bewilligt und gebaut wird.

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Hier gilt nämlich der Spruch des Arztes Paracelsus

„Die Dosis macht das Gift.“

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Vorhersehbar werden gesundheitliche Störungen und Krankheiten in Frastanz und Umgebung – im Vergleich zu anderen Regionen – zunehmen.

Mit anderen Worten: der Rondo Kraftwerksbetrieb wird – falls die Abfallverbrennungsanlage bewilligt und gebaut wird – früher oder später statistisch signifikant nachweisbar zur Gefährdung der Gesundheit führen.

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Anmerkung für näher Interessierte:

Ein derartiges Ergebnis   – wie es hier im Humanmedizinischen Gutachten – von der Projektwerberin – im Rahmen der Informationsveranstaltung präsentiert worden ist, beruht immer auf einer (fachlichen) Schätzung.

Es gibt zwar gewisse Eckdaten – wie hier die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Emission – die im Kraftwerk an der Messstelle tatsächlich gemessen und dokumentiert werden kann.

Aber schon die Immission im engeren Sinn ist ungewiss – weil die tatsächliche Auswirkung der Inversion auf die Immission nicht bekannt ist.

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Man kann im konkreten Fall im Vorhinein also nicht wissen, wie hoch die Immission an einem bestimmten Ort im Umfeld des Rondo Kraftwerks – etwa bei dichtem Nebel ansteigen wird.

Durchschnittliche Erfahrungen können hier kaum oder nur beschränkt angewandt werden, weil im Vorhinein die näheren Umstände am gegebenen Ort – im Hinblick auf die dann vorliegende Witterung – wenn es kritisch wird – nicht bekannt sind.

Es ist also zu berücksichtigen, dass Frastanz grundsätzlich ein problematischer Standort für eine derartige Abfallverbrennungsanlage ist.

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Erst wenn das Kraftwerk in Betrieb sein wird – erst dann können die realen Werte der Schadstoffe – etwa bei Dunst oder Nebel – an dem jeweiligen Ort/Messort – etwa bei der Kirche in Frastanz – gemessen werden.

Man wird also erst dann wissen, wie hoch die Werte der einzelnen Schadstoffe tatsächlich bei gewissen Witterungsbedingungen an den jeweiligen Messorten sein werden.

Vorher beruht alles auf Schätzung.

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Und diese Werte werden dann die Grundlage bilden, um allenfalls die Auswirkung der Schadstoffe auf die Gesundheit zu schätzen.

Erst dann kann also ein Arzt/ärztlicher Gutachter, durch reale Werte fundiert, abschätzen wie sich dies auf den Gesundheitszustand einer Person am Messort auswirken wird.

In diesem Sinn beruht jede Schätzung auf einem Wahrnehmungsurteil.

Bein einer derartigen Schätzung bzw. Einschätzung handelt es sich also immer um eine subjektive Bewertung eines Sachverhalts –

völlig egal, ob diese von einer Fachperson (in einer Behörde/Arzt/Amtsarzt/Gutachter/Richter etc.) oder von einer Privatperson vorgenommen wird.

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Daher ist die Entscheidung zur Bewilligung des Projektvorhabens an diesem problematischen Standort riskant.

Und es ist zu beachten, dass die rechnerische Auswertung von eingegebenen Daten in eine Computer-Simulation (1) grundsätzlich nichts am geschilderten Sachverhalt ändert.

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(1) Anmerkung: Im Rahmen der Informationsveranstaltung wurde das Ergebnis des Humanmedizinischen Gutachtens von der Geschäftsleitung der Rondo Ganahl AG präsentiert.

Auf die damalige Frage aus dem Publikum nach den zugrunde liegenden Daten des Humanmedizinischen Gutachtens – wurde von der Geschäftsleitung der Rondo AG mitgeteilt, dass die Messdaten eines Jahres aus dem Raum Frastanz in einer Computer-Simulation an der Universität Graz ausgewertet worden sind.

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Ganz zum Schluss – sei wegen der Ähnlichkeit des Standorts in Frastanz im Hinblick auf die Auswirkung der Inversion auf die Immission – an das Egger-Spanplattenwerk in Nüziders erinnert, bei dem der Effekt der Inversion auf die Immission seinerzeit unterschätzt worden ist.

Und wie bekannt ist – wurde jenes Werk in Folge damals stillgelegt.

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